"Code Zero" (A0) Asymmetrische Spinnaker
Teils Genua, teils asymmetrisches Raumschotssegel... ist der A0 (auch als “Code Zero” bekannt) für Sie das Richtige? 

Die Eröffnungsetappe des Whitbread Around the World Race EF Language 1997-98 enthüllte eine “Geheimwaffe”. Ein neues von den North Segeldesignern entwickeltes asymmetrisches Segel für spitze Raumschotskurse, “Code Zero” genannt, ließ das Team der EFL früh die Spitze übernehmen und auch bis zum Ende halten. Ein Jahrzehnt später gehört der “Code Zero” (A0) von North als Segel für einen vielseitigen Einsatzbereich zu der etablierten Segelgarderobe... Er wird nicht nur auf Schiffen verwendet, die viel Zeit auf spitzen Raumschotskursen in leichten Winden unterwegs sind, sondern auch bei mehr Wind und anderen Windwinkeln gesegelt.

Anwendungsbereiche
Die asymmetrischen Code Zeros füllen die Lücke zwischen einer Genua und dem universellen 3A asymmetrischen Raumschotssegel. Sie bieten mehr Power bei ca. 40 Grad scheinbarem Windwinkel (AWA) bei einem wahren Wind von unter 10 Knoten; bei diesen Konditionen sind Schiffe mit konventionellen Segeln typischerweise langsam. Code Zeros haben sich auch auf Raumschotskursen bei 15-25 Knoten Wind bei scheinbaren Windwinkeln von 80 bis 90 Grad bewährt. Die meisten Schiffe, die offshore gesegelt werden, haben eine gute Verwendung für den Code Zero.

Code Zero Design
Code Zeros sind einer übergroßen Hybrid-Genua ähnlicher als einem typischen asymmetrischen Spinnaker. Für Rennyachten gilt der Code Zero noch als Spinnaker, reicht aber in den Abmessungen so nah wie möglich an eine Genua heran. Das Profil der Segel ist flacher als bei anderen asymmetrischen Segeln, fliegt aber dennoch ohne dass das Achterliek flattert. Die Profilwölbung ist gleichmäßig geformt mit einer mittleren Krümmung von ungefähr 20%. Die mittlere Krümmung einer typischen leichten Genua ist ungefähr 16% und die mittlere Krümmung eines 1A asymmetrischen Spinnakers der V-Serie ist ungefähr 23%. Der Code Zero hat eine stärkere vertikale Wölbung als eine Genua und sein Profil hat viel mehr Twist. Das Vorliek muss relativ gerade geschnitten sein und das Achterliek ist leicht überrundet. Im Windkanal-Test zeigt sich, dass diese Struktur mehr Vortrieb erzeugt und dabei den Seitendrift und die Hebelwirkung verringert als es bei einem volleren Segel mit normaleren Kantenformen der Fall ist.

Das Design des Code Zeros kann durch Faktoren aufgrund von Vermessungsregeln, Yardstick- oder Klassenregeln beeinflusst werden. Üblicherweise bedeutet das:
  • Das Achterliek muss weniger als 95% von der Länge des Vorlieks betragen.
  • Der mittlere Umfang muss mindestens 75% der Unterliekslänge betragen. (Das ist auch beim RRS so)
  • Zusätzlich gibt es bei den asymmetrischen Segeln eine Umfangbeschränkung oder ein Flächenlimit berechnet mit einer Formel aus Vorliek, Achterliek, Unterliek und Mittelbreite
Das Vorliek eines Code Zeros sollte so lang sein, wie es das Rigg erlaubt. Dies wird ermittelt, indem man den Abstand von dem gesetzten Fallbeschlag bis zum Anschlagpunkt des Segelhalses misst. Idealerweise ist der Anschlagpunkt des Segelhalses eine feste Verbindung am Schiff vor dem Vorstag. Diese Segel werden selten an einem konventionellen Spinnakerbaum gesetzt und beim Setzen des Code Zeros an einem einziehbaren Bugspriet sollte man extrem vorsichtig sein. Der Code Zero erzeugt viel Kraft nach oben, damit das Vorliek so gerade wie möglich ist. Wird das Segel an einer Rollvorrichtung (Furler) gesetzt (was zu empfehlen ist), ist auf den Abstand zwischen der Trommel und dem Vorstag zu achten. Das Achterliek ist nah am erlaubten Maximum. Das Unterliek ist normalerweise nahezu die Hälfte der Vorliekslänge, kann aber auch vom Yardstick-, Verrechnungs- oder Klassenwert vorgegeben werden. Bei Code Zeros mit eingeschränktem Umfang muss das Unterliek möglicherweise etwas kürzer sein. Bei Segeln mit eingeschränkter Fläche wird womöglich ein längeres Unterliek benötigt, wenn man eine minimale Segelfläche erreichen muss.



Die asymmetrischen Code Zeros wurden mit Hilfe des Twisted Flow Windkanals der Universität von Auckland entwickelt. Hier wird ein Code Zero für ein Volvo Ocean Race-Team getestet.

Handling des Code Zero
Es gibt zwei Methoden im Umgang mit dem Code Zero. Die bevorzugte Variante ist eine Rollkonstruktion (Furler) am Vorliek, mit der man das Segel einrollen und in einem Spinnaker-Sack verstauen kann. Beim Setzen verbindet man einfach die Segelecken, setzt das Segel und löst den Furler, wenn das Segel dichtgeholt wird. Eine alternative Methode ist, das Segel mit viel Wolle zusammenzuhalten oder einen langen Segelsack (eine Socke) mit Reißverschluss zu verwenden.

Beim Setzen des Segels ist darauf zu achten, dass die Vorlieksleine straffer gezogen wird, als man es für nötig halten würde. Binden Sie sie so kurz wie möglich, denn es ist leichter, sie zu lösen als sie später zu spannen. Das Segel sollte mit minimaler Spannung auf dem Tuch am Vorliek gesetzt werden.

Einige Rigg-Bauer empfehlen die Verwendung eines 2:1-Falls, um den Druck zu reduzieren. Auf jeden Fall sollte das Fall wenig Stretch haben und sehr stabil sein. Der Schotpunkt ist normalerweise der Spinnaker-Schot-Block, aber man benötigt möglicherweise einen Tweaker. Die Spannung der Achterlieksleine ist sehr empfindlich und kann ein weites Spektrum abdecken. Zieht man sie an, um das Flattern zu stoppen, hat man am Achterliek deutliche Falten. Das ist das zwangsläufige Ergebnis der Achterlieksüberrundung, die für den minimalen mittleren Umfang erforderlich ist.

Das Bergen mit einem Furler ist ziemlich einfach. Ohne einen Furler ist die beste Variante, sich mit vielen Händen freizuhalten. Den Segelhals auszupicken und die Lücke zwischen dem Baum und dem Unterliek des Großsegels zu verwenden, um das Segel dazwischen zu bergen, funktioniert auch gut.

Welches North Vorwindsegel ist das Richtige für Sie?
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Ein Code Zero ist eine Kreuzung aus einer Genua und einem asymmetrischen Raumschots-Spinnaker.



Die meisten Segeltücher, die für leichte Genuas geeignet sind, können auch für einen Code Zero verwendet werden, u.a. Spectra, Polyester und leichtgewichtige Cuben Fiber-Laminate.