Schritt 1:

Den Twist mit der Großschot einstellen

Wir haben unter den „Basiseinstellungen“ gelernt, dass sich Twist auf Veränderungen in den Profilsehnen des Segels vom Fuß bis zum Kopf bezieht. Das Segel muss aufgrund des Windgradienten getwistet werden, der den scheinbaren Wind mit zunehmender Höhe über dem Wasser achterlicher einfallen lässt.

Bei einem Großsegel wird der Twist durch die Großschot-Spannung sowie den Baumniederholer reguliert. Das Achterliek des Großsegels ist der beste Indikator für den Twist des Segels. Der vordere Teil des Großsegels eignet sich nicht zum Messen des Twists, weil er sich in der Düse und direkt hinter dem Bereich der Verwirbelung durch den Mast befindet.

Um den Twist korrekt einzustellen, holen Sie die Großschot so dicht, dass sich die obere Segellatte in der Parallele zum Baum befindet. Ist die obere Segellatte lang, ist es das Ziel, das hintere Ende der Segellatte parallel zum Baum auszurichten. Den Winkel der oberen Segellatte zu verwenden, ist nicht wirklich ein Maß für den Twist (denn der Winkel der Segellatte unterscheidet sich von dem Winkel der Profilsehne), jedoch dient er als guter Hinweis.

© North Sails
Wird die Großschot gefiert, ist das Profil des Großsegels stark getwistet und die oberste Segellatte fällt nach Lee ab. Wenn Sie die Großschot dicht holen, verringert sich der Winkel der obersten Segellatte, bis diese parallel zum Baum steht. Weiteres Dichtholen der Schot wird den Twist aus dem Segel nehmen, den oberen Teil des Achterlieks schließen und lässt die obere Segellatte nach Luv zeigen.
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Die beste Grundeinstellung für die oberste Segellatte ist in der Parallele zum Baum; das gilt gleichermaßen auf allen Schiffen vom Laser bis zur 12 Meter-Yacht. Das ist eine der goldenen Regeln des Großsegeltrimms.

Mit der Segellatte in dieser Position sollte der Windfaden der obersten Segellatte zwischen 50 und 90% der Zeit nach achtern auswehen. Dieser Windfaden, der am achteren Ende der obersten Segellatte angebracht ist und zwischen 20 und 25 cm über das Achterliek hinausragt, dient als Indikator, ob die Strömung am Achterliek abreißt. Reißt die Strömung am Achterliek ab, knickt der Windfaden zur Leeseite des Segels ab (siehe rechts). Mehr Twist im Großsegel wird das Achterliek öffnen und die Anströmung wieder herstellen.
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Wann man von der Regel abweichen sollte

Regeln sind da, um sie zu brechen. Bei einem Schiff mit einem Masttop-Rigg kann die Großschot manchmal dicht genug geholt werden, um den oberen Teil des Achterlieks zu spannen und die oberste Segellatte leicht nach Luv zeigen zu lassen. Bei mittleren Winden und glatter See ist dies die schnellste Trimmeinstellung, wenn Sie viel Höhe laufen und die Geschwindigkeit halten können. Dies funktioniert bei einem Masttop-Rigg, da die gesetzte Genua den Luftstrom um die Leeseite des oberen Achterlieks herumführt und damit die Gefahr des Strömungsabrisses reduziert. Bei einem Siebenachtelrigg lenkt die Genua für den oberen Bereich des Großsegels nicht den Luftstrom, somit muss der obere Teil des Achterlieks leicht geöffnet werden, indem die Großschot gefiert wird. Es gibt viele Situationen, in denen Sie das Großsegel möglicherweise so weit twisten können, dass die oberste Segellatte leicht nach Lee abfällt. Bei unruhiger See, nach einer Wende und bei leichten Winden sollten Sie die Großschot fieren, um das Achterliek leicht zu öffnen und dem Strömungsabriss vorzubeugen.

Weiter:

» Die Tiefe des Segels mit der Mastbiegung und dem Unterliekstrecker einstellen